Alternative Energie Kroppacher Schweiz GmbH & Co. KG
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Argumente zum Bürgerwindpark Oberholz

1. Die VG Hachenburg als Vorbild in Klimaschutz und Energiewende

Von und für die Verbandsgemeinde Hachenburg wurde vor rd. 20 Jahren die erste Windkraftanlage einer Kommune in Rheinland-Pfalz gebaut und betrieben. Außerdem betreibt die VG seit vielen Jahren 4 BHKW, ein großes Biomasseheizwerk, eine Brennstoffzelle und Photovoltaik-Anlagen. Sie hat zudem seit vielen Jahren einen Gesprächskreis mit Allen im Naturschutz tätigen, in dem wichtige Projekte mit den Naturschutzverbänden besprochen und weiterentwickelt werden.

 

2. Klimaschutz und Windenergie

Ein Motiv der VG Hachenburg für Klimaschutz von Kofi Annan: „Der Klimawandel ist die größte Herausforderung unserer Zeit. Er bedroht schon heute das Wohlergehen von Hunderten Mio. Menschen und in Zukunft werden es weitere Mrd. sein"

Forderungen des BUND zur Windkraft: Der BUND Rheinland-Pfalz steht fest zur Energiewende und Windkraft. Und: Es gibt keinen umfassenderen Naturschutz als die konsequente Bekämpfung des Klimawandels.

 

Aus dem BUND-Magazin (3-12): Atom- und Kohlekraftwerke sollen in Deutschland bald der Vergangenheit angehören. Der Ausbau der Windenergie ist ganz wesentlich, wenn die Energiewende glücken soll.

 

Aus den Positionen des BUND zum naturverträglichen Ausbau der Windenergie: Das Postulat der Landesregierung 2% der Landesfläche zur Verfügung zu stellen ………. und den Windenergieanteil zu verfünffachen ………. wird grundsätzlich unterstützt.

 

Aus den Forderungen des NABU: Die Windenergie ist heute und auf lange Sicht die bedeutendste und wirtschaftlichste erneuerbare Energiequelle im Strombereich und: Der Klimawandel verändert Deutschlands Tier- und Pflanzenwelt: Während sich Wärme liebende Arten bei uns wohler fühlen, drohen heimische Arten zu verschwinden und mit ihnen andere von ihnen abhängige. Es ist höchste Zeit, umweltpolitische Maßnahmen zu ergreifen und gegenzusteuern,

 

Die Pressemitteilung des BUND vom 17.3.2014 fordert den Bau von 1000 Windrädern in Rlp. Verteilt man diese auf die windhöffigen Flächen müssten mindestens 100 im Westerwald gebaut werden. Weil aber nur für einige wenige Windräder nutzbare Flächen vorhanden sind, sind die geplanten Windräder nur ein kleiner Beitrag zur Energiewende im Westerwald.

 

3. Forderungen der Naturschutzverbände zur Bürgerenergie:

Forderung des Bundesvorsitzenden des BUND, Hubert Weiger, aus der Kampagne: Energiewende in Bürgerhand unter Trägerschaft des BUND: Die Energiewende kommt voran. Das ist vor allem der Verdienst von Mio. Bürgerinnen und Bürgern, die sich seit Jahrzehnten für die vielfältigen Ziele der Energiewende engagieren: Für den Klimaschutz, den Atomausstieg und den Ausbau der erneuerbaren Energie und: Energie in Bürgerhand ist deshalb die zentrale Forderung zur Kampagne zur Bundestagswahl und Energiebürger kämpft für eure Energiewende und: Die Kampagne rufen lokale Akteure der Energiewende dazu auf, vor Ort ihre Stimme zu erheben, indem sie sowohl ihre konkreten Projekte präsentieren als auch politischen Akteuren ihre Forderung nach Energiewende in Bürgerhand öffentlichkeitswirksam übergeben.

In Hachenburg haben sich inzwischen fast 200 Bürger gemeldet um sich am geplanten Windpark zu beteiligen. Hinzu kommen etwa 500 Interessierte aus den drei im Westerwald tätigen Bürgerenergiegesellschaften. Es ist damit zu rechnen, dass bei konkreten Informationsveranstaltungen in den Gemeinden sich viele weitere Bürgerinnen und Bürger engagieren. Die Gesellschaften stehen allen Bürgern der Region offen. Besonders werden alle Mitglieder aus den Naturschutzverbänden landesweit aufgenommen, um diesen eine Möglichkeit zu bieten, sich ganz praktisch im Klimaschutz zu betätigen.

 

4. Technische Grundlagen für die Standortwahl

Aus dem BUND-Magazin (3-12): Windkraft ist also besonders flächeneffizient und: Windstrom ist mit etwa 8 - 11 Ct/kWh zudem die preiswerteste Form von Strom aus erneuerbaren Energien. Es ist bekannt, dass man fast 2% der Landesfläche benötigt, wenn man Windkraft auf Flächen mit rd. 6m/s errichtet, jedoch nur etwa 1,25% bei Flächen mit 7,5 m/s. Der BUND stellt in seinen Forderungen deshalb richtig fest: dabei sind Räume mit hoher Windhöffigkeit besonders auszuwählen, um die Anlagenzahl und den Flächenverbrauch möglichst gering zu halten und: Gunstbereiche: u..a. besonders windhöffige Flächen und: Gunstbereiche: Anlagen größerer Leistung (geringere Anzahl von Standorten) und keine Höhenbegrenzung der Anlagen, im Wald möglichst großer Abstand der Rotorblätter zu den Baumkronen.

 

5. Wirtschaftlichkeit der Bürgerenergie

Hierzu hat der Bundesverband Windenergie (BWE) eine umfangreiche Untersuchung vorgelegt mit folgendem Ergebnis: 1/3 aller Gesellschaften ist praktisch pleite. Grund: Überwiegend schlechte Standorte. 1/3 aller Gesellschaften kann keine Gewinnbeteiligung mehr auszahlen. 1/3 aller Gesellschaften zahlt durchschnittliche Gewinnbeteiligungen von 2,5% aus. Weitere Probleme der Wirtschaftlichkeit: a) abnehmende Winderträge durch Verlagerung der Hauptwindströmung in Richtung Norden, hervorgerufen durch den Klimawandel; hierdurch seit Jahren ca. 20% geringere Erträge und damit Probleme bei der Rückzahlung von Krediten. b) anstehende Änderung des EEG mit Einspeisvergütung nur noch auf Standorten mit 75 - 80% des Referenzertrages, was ca. 6,5 m/s Windgeschwindigkeit in Rotorhöhe bedingt. c) neue Stromvermarktungsvorschriften mit hohen Risiken. Ohne eine ausreichende Wirtschaftlichkeit ist Bürgerwind nicht vertretbar. Unwirtschaftliche Rahmenbedingungen sind nicht abwägbar, es wird dann nicht investiert.

 

6. Argumente für den geplanten Standort Oberholz:

6.1. die geplanten Windräder ergänzen den aus fünf Windrädern bestehenden Park und der bestehende Eingriff in die Natur wird daher nicht gravierend vergrößert.

6.2. Laut Windatlas Rheinland-Pfalz beträgt dort die Windgeschwindigkeit 6,5 m/s, so dass sich voraussichtlich 75 - 80% des Referenzertrages erlösen lassen und die Wirtschaftlichkeit darstellbar wird. Große Gewinne sind mit Sicherheit nicht zu erzielen. Die Gemeinden haben daher auch eine angemessene Pacht akzeptiert.

6.3 Trotz einem Konfliktpotential ist der Standort derjenige mit dem geringsten Eingriff in den Artenschutz. Eine Alternative mit ausreichenden Windverhältnissen für Bürgerwindräder besteht nicht.

6.4 Aus dem Naturschutzfachlichen Rahmen: Das öffentliche Interesse an der Errichtung von WEA überwiegt die Belange des Artenschutzes, wenn die zu erwartenden Beeinträchtigungen auch langfristig keinen relevanten Einfluss auf den Erhaltungszustand der Population der betroffenen Art haben und keine zumutbaren Alternative (z.B. verfügbarer Standort) bestehen. Die Festlegung im FNP als Vorrangstandort schließt gleichzeitig den Bau weiterer Anlagen nach der Privilegierung des Bundesbaugesetzes aus.

 

7. Bestehende Artenschutzuntersuchungen

Wie fast überall im Westerwald ist der Milan flächendeckend verbreitet. Ein Schwarzstorchhorst liegt im Konfliktbereich. Die Untersuchungen zeigen aber, dass die bereits vorhandenen 5 Windräder nicht zu erheblichen Beeinträchtigungen führen, sie werden um- oder überflogen. Die möglichen Auswirkungen auf den Artenschutz werden in 2015 von einem Fachbüro untersucht. Zum Vogelschutz allgemein aus BUND-Magazin (3/12): Entgegen aller Befürchtungen sind Windräder keine Vogelschredderer und statistisch gesehen wird in den 35 Jahren Laufzeit eines Windrades einmal ein Rotmilan getötet. Das Risiko einer Kollision ist weit niedriger als an Hochspannungsleitungen, an Straßen und Gebäuden.

 

8. Lösung der Konflikte mit dem Naturschutz:

Hierzu Aussage des NABU vom 19.02.2013: Der Bau eines Windparks wie auch von Straßen und Industrieansiedlungen führt zu einer Beeinträchtigung von Natur und Landschaft. Der NABU setzt sich dafür ein, negative Auswirkungen möglichst weitgehend zu begrenzen. Manchmal sind diese jedoch unvermeidbar. Dann gilt es, durch eine Kompensation dieser Eingriffe das Beste für den Naturschutz zu erreichen. Dieses Leitprinzip ist auch im Bundesnaturschutzgesetz verankert. Und: Durch die langjährigen Forschungsvorhaben des Michael-Otto-Instituts im NABU ist bekannt, dass neben der Standortwahl nur noch die Steuerung der Nahrungsverfügbarkeit (insbesondere Kleinsäuger) das Kollisionsrisiko für den Rotmilan an Windkraftanlagen wesentlich beeinflusst und können zweckgebundene Ausgleichszahlungen helfen, hier einen Lösungsbeitrag für den Konflikt um Windenergie Vogelschutz zu leisten. Nach den vorstehenden Aussagen müsste es möglich sein, zusammen mit den Naturschutzverbänden die notwendigen Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen festzulegen, evtl. über einen Bebauungsplan(s. Pkt. 9). Zu einem gewissen Ausgleich für die geplanten Windräder trägt demnächst der Abbau von 1 Windrad der AEKS und einem der VG bei. (Repowering in einem Nachbarkreis)

 

9. Einbindung der Naturschutzverbände in die Planung

Die genaue Standortfestlegung müsste mit den Verbänden erfolgen, um örtliche Belange einzubinden. Besonders wichtig ist die Planung der notwendigen Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen. Hierzu gibt es in der VG schon einige hervorragende Projekte zur Verbesserung des Naturhaushaltes wie z.B.: Die Ansiedlung der Flussperlmuschel in der Nister, die Öffnung von alten Wiesenbewässerungen für neue Nahrungsbiotope des Schwarzstorches und weitere Verbesserungen an den Fließgewässern, wie durchgängige Wehre und naturnaher Umbau usw. Denkbar wären auch jährlich wiederkehrende Beiträge aus den Ausgleichszahlungen. Beispielhaft waren die bisherigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die in der VG schon errichteten Windräder, wie z.B. die Anlage von 2 ha Feldgehölz als Ausgleich für die Windkraftanlage Kroppach und Giesenhausen, die Renaturierung eines Bachlaufes bei Alpenrod als Ausgleich für die beiden Anlagen bei Alpenrod und das neue Naturschutzgebiet im Bereich der ehemaligen Mündersbacher Mühle als Ausgleich für den Windpark Hartenfelser Kopf. Gerade dieses Projekt wird von den Naturschutzverbänden immer lobend erwähnt. Hingewiesen sei auch auf die frühere Zusammenarbeit mit den Naturschutzverbänden, z.B. beim Bau der Westrandstraße.

 

10. Weiteres Verfahren

Nach positiver Absprache mit den Naturschutzverbänden sollen Informationsveranstaltungen in den Ortsgemeinden mit dem Ziel stattfinden, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger für die Mitarbeit zu gewinnen. Hier sei erneut verwiesen auf Abschnitt 3 (Forderungen des Bundesvorsitzenden BUND). Optimal wäre es, wenn die Mitglieder der Verbände durch diese aufgerufen würden, sich konkret an dem Bürgerwindpark zu beteiligen und damit die vielen wichtigen Demonstrationen und Aufrufe durch einen konkreten Beitrag zu unterstützen.

In Zusammenarbeit mit den Naturschutzverbänden, den Kommunen, den Bürgerenergiegenossenschaften und vor allem den Bürgern könnte mit dem Windpark Oberholz ein mustergültiges Projekt entstehen.

 

Für die 3 Genossenschaften: Peter Bräuer, Geschäftsführer AEKS

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